Donnerstag, 17. Januar 2013

Road Closed

Road Closed


Als die heiße Lava im Jahr 2003 über die Straße kroch und alles begrub, was sich ihr in den Weg stellte, war sie für den Verkehr bereits gesperrt. Genau am Ende der Fahrbahn kam sie zum Stehen. Man kann am Rand noch sehen, wie der Asphalt verbrannt wurde.
Ich klettere auf das erkaltete Gestein und versuche mich vorzuarbeiten. Es ist äußerst mühselig darauf zu wandern, denn es gibt viele Risse und Spalten darin. Außerdem ist die erkaltete Lava sehr scharfkantig und man muss aufpassen, dass man sich nicht verletzt.
Nach etwa 30 Metern ragt ein Schild mit der Aufschrift „Road Closed“ aus dem Gestein.
In der Ferne kann man Rauch erkennen, der sich den gesamten vor mir liegenden Hang, bis zum Meer hinunter erstreckt.
Es ist der Lavafluss, der im Pazifik endet. Aus dem Meer sieht man Dampf aufsteigen.

Lava blocks the road

Die Wanderung zu diesen Punkt, wird mir am Morgen im Besucherzentrum des „Volcano National Park“ erklärt, dauert etwa sieben Stunden. Zu lange für die Zeit, die ich für meinen Besuch im Park eingeplant habe.
Auch die Strasse, die um den aktiven Krater herumführt, ist nur noch bis zur Hälfte befahrbar. Der Teil, der dem Krater am nächsten kommt und die spektakulärsten Ausblicke bietet, ist wegen der giftigen Schwefeldioxid-Wolke, die aus ihm aufsteigt, gesperrt. 

Der Ranger schlägt mir als Alternative vor, eine Wanderung über einen ehemaligen Lavasee, den Iki Crater, zu machen, die schaffe ich in knapp zweieinhalb Stunden.
Von dem Parkplatz, an dem die Wanderung beginnt, kann man den den Halemaumau Crater gut sehen. Aus seinem Inneren kommt eine Rauchwolke, die bei Dunkelheit feuerrot leuchtet.
Man geht zunächst am Rand des Iki Crater entlang, durch dichten Urwald, bis man an der gegenüberliegenden Seite angekommen ist, steigt dann hinab, durchwandert das Becken und steigt dann am Ende die Kraterwand wieder nach oben.
Überall im Krater raucht es aus kleineren und größeren Öffnungen. Der Rauch hinterlässt einen weißlichen Rückstand auf dem Boden.
Die Berge aus Lava, an denen man entlangkommt sind gewaltig.
Aus den Rissen und Spalten im Boden des Kraters, haben sich schon wieder kleine Pflanzen angesiedelt, die sich mit dem kargen Nährstoffen, die sie im Gestein finden, zufrieden geben. Das Leben erobert sich das Terrain zurück.

Nature's coming back

Als ich wieder oben am Parkplatz bin, doziert eine Rangerin gerade vor einer, von ihr geführten Gruppe. Ich bleibe stehen und höre interessiert zu.
Der See stammt erst vom Anfang des letzten Jahrhunderts, erzählt sie, und ist noch in der Abkühlphase. Nur 40 Fuß, also gerade einmal 12 Meter, unter der Oberfläche, auf der ich gerade noch stand, ist das Gestein noch flüssig.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo, wolfram, heute hab ich endlich deinen blog suchen und finden können, denn es war irgendwas mit dem router, und auch jetzt macht der computer noch etwas faxen. soviel nur vorweg. eben haben peter und ich uns deine abenteuer zu gemüte geführt, die wale, korallen und anderen meeresbewohner, die rakete, die du gefahren bist, lavabedeckte straßen usw., usw. wir sind , wie immer, begeistert und freuen uns schon auf berichte live. bis dahin wünschen wir dir noch recht schöne tage, während wir hier durch den tiefen schnee stapfen. liebe grüße, deine fudl und peter

Wolfram hat gesagt…

Das mit dem Schnee habe ich schon mitbekommen. Hoffentlich ist das nicht mehr so wild, wenn ich zurück komme.
Bevor ich wieder arbeiten muss, komme ich mal bei Euch vorbei und schaue mir das mit dem Router mal an.
Heute war ich nochmal beim Vulkan, aber dass könntihr ja jetzt nachlesen.
Bis bald!